PEP-Liste vs. Sanktionsliste: Der entscheidende Unterschied für Schweizer Unternehmen

Einleitung

Viele Unternehmen führen Sanktionslistenprüfungen durch. Gleichzeitig taucht immer häufiger der Begriff «PEP» auf. Ist eine PEP-Liste dasselbe wie eine Sanktionsliste? Die Antwort lautet klar: Nein. Wer den Unterschied versteht, kann Risiken besser beurteilen und Fehlalarme vermeiden.

Was ist eine Sanktionsliste?

Eine Sanktionsliste enthält Personen, Unternehmen oder Organisationen, gegen die staatliche oder internationale Sanktionen verhängt wurden. Sanktionen können Vermögenssperren, Zahlungsverbote, Handelsbeschränkungen oder Reiseverbote umfassen. Relevante Quellen sind unter anderem SECO, OFAC, UK und UN.

Was ist eine PEP?

PEP steht für «Politically Exposed Person», also eine politisch exponierte Person. Dazu können Regierungsmitglieder, Parlamentarier, hohe Militärangehörige, Richter oberster Gerichte und Führungspersonen staatlicher Unternehmen gehören. Auch bestimmte Familienangehörige und nahestehende Personen können relevant sein.

Eine PEP ist nicht automatisch verdächtig. Der Status weist auf ein potenziell erhöhtes Korruptions- oder Geldwäschereirisiko hin.

Der wichtigste Unterschied

Ein Sanktionslisteneintrag kann konkrete rechtliche Einschränkungen auslösen. Ein PEP-Status führt grundsätzlich zu erhöhten Sorgfaltspflichten und einer vertieften Risikobeurteilung.

Beispiel aus der Praxis

Eine auf einer UN-Sanktionsliste geführte Person kann Sperr- oder Meldefolgen auslösen. Ein ausländisches Regierungsmitglied auf einer PEP-Liste kann grundsätzlich als Kunde zulässig bleiben, benötigt aber eine vertiefte Prüfung und Dokumentation.

Warum Unternehmen beide Prüfungen benötigen

Eine Person kann nur PEP, nur sanktioniert, beides oder keines von beidem sein. Jede Konstellation verlangt eine andere Beurteilung.

Warum entstehen Fehlalarme?

Namen allein sind selten eindeutig. Geburtsdatum, Nationalität, Adresse, Funktion, Unternehmen und Aliasnamen helfen, Namensgleichheiten zu beurteilen.

Was tun bei einem Treffer?

Treffer dokumentieren, zusätzliche Identifikationsmerkmale vergleichen, das Risiko beurteilen und die Entscheidung nachvollziehbar festhalten.

Fazit

PEP- und Sanktionsprüfungen verfolgen unterschiedliche Zwecke. Ein wirksamer Compliance-Prozess unterscheidet beide Kategorien und bewertet mögliche Treffer anhand zusätzlicher Informationen.

Häufig gestellte Fragen

Ist jede PEP sanktioniert?

Nein. Die meisten politisch exponierten Personen stehen auf keiner Sanktionsliste.

Ist jede sanktionierte Person eine PEP?

Nein. Viele sanktionierte Personen haben keine politische Funktion.

Bedeutet ein Treffer automatisch ein Geschäftsverbot?

Nein. Zunächst muss die Identität und die konkrete rechtliche Bedeutung geprüft werden.

Reicht eine Namensprüfung?

Nein. Zusätzliche Identifikationsmerkmale sind erforderlich.

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